tattoofarben sind in deutschland und der eu klar geregelt, damit
sie sicher verwendet werden können.
tattoofarben bestehen aus pigmenten, trägerflüssigkeiten und wenigen stabilisierenden stoffen.
reaktionen auf nickel und andere bestandteile sind selten. zur besseren einschätzung bieten wir einen punkttest an.

farben und pigmente
was in tattoofarben steckt, wie sicher sie sind und ob eine allergie auf Metalle wie nickel ein risiko darstellt: hier findest du eine klare und sachliche übersicht, die diese fragen verständlich beantwortet.
gesetzliche
regelungen
für tätowierfarben gelten sowohl nationale als auch europäische vorgaben. sie greifen ineinander und regeln unterschiedliche teile der herstellung und des kennzeichnungsprozesses.
du findest die entsprechenden gesetzestexte verlinkt.
die tätowiermittelverordnung legt fest, welche stoffe in tattoofarben verboten sind und welche voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit farben in deutschland in den verkehr gebracht werden dürfen. sie definiert außerdem, wie tätowierfarben gekennzeichnet werden müssen, damit ersichtlich ist, welche bestandteile enthalten sind.
die reach-verordnung bestimmt, welche chemischen stoffe in welchen mengen verwendet werden dürfen. sie enthält auch regelungen für pigmentbestandteile in tattoofarben und schreibt die kennzeichnung vor, wenn ein produkt geringe spuren von metallen wie nickel enthalten kann. hersteller müssen deshalb bestimmte grenzwerte einhalten und inhaltsstoffe transparent ausweisen.
nickel, kobalt und co.
nickel oder kobalt können bei manchen menschen durch direkten, dauerhaften hautkontakt z.b. mit schmuck reaktionen auslösen.
in tattoofarben ist die situation jedoch anders: hier stammen mögliche spuren aus den mineralischen rohstoffen der pigmentherstellung und liegen im extrem niedrigen bereich.
hersteller wie i am ink geben an, dass messbare nickelspuren bei unter 0,00005 prozent liegen. das ist so gering, dass sie im labor meist nicht nachweisbar sind und deutlich unter den europäischen grenzwerten liegen. für die meisten menschen, auch für viele mit empfindlichkeiten gegenüber modeschmuck, bleibt das unproblematisch.
relevant wird es meist nur bei stärker ausgeprägten, ärztlich bestätigten metallallergien. dann sollte das individuelle risiko insbesondere mit ärztlicher einschätzung abgewogen und gegebenenfalls vom tattoo abgesehen werden.


punkttest vorab
ein punkttest kann helfen, die individuelle hautreaktion auf eine bestimmte tattoofarbe besser einzuschätzen. dafür wird vorab ein sehr kleiner punkt mit der später verwendeten farbe tätowiert. die tätowierte stelle wird über mehrere wochen beobachtet. entsprechend ist ein ausreichender zeitlicher abstand zwischen punkttest und einem geplanten tattootermin notwendig.

auffällig wäre folgendes
rötungen, die anhalten oder stärker werden
starker oder anhaltender juckreiz
nässende stellen
verhärtungen der haut
erneute entzündung nach bereits abgeschlossener abheilung
bleibt der punkttest unauffällig, spricht das für eine gute grundverträglichkeit der getesteten farbe. gleichzeitig bildet der test nur eine sehr kleine fläche ab. reaktionen können in seltenen fällen verzögert oder erst bei größeren tätowierten bereichen auftreten.
der punkttest erfolgt auf eigenes risiko und ersetzt keine medizinische abklärung. bei bekannten allergien, früheren starken reaktionen oder allgemeinen bedenken ist es grundsätzlich sinnvoll, vorab ärztlichen rat einzuholen. auch ein unauffälliger punkttest kann keine vollständige sicherheit für spätere reaktionen geben.
normale wundheilung
leichte rötung
kurzfristiges jucken
mildes spannungsgefühl
feine kruste
bestandteile
der farbe
pigment
pigmente sind feine farbpartikel, meist gewonnen aus mineralischen oder synthetischen rohstoffen. sie bestimmen den farbton der tinte.
typische beispiele sind schwarzes pigment aus kohlenstoff oder farbige eisenoxidpigmente.
beim tätowieren werden diese teilchen in die dermis gesetzt, wo sie dauerhaft sichtbar bleiben.
trägerflüssigkeit
damit pigment überhaupt als farbe verarbeitet werden kann, braucht es eine flüssige basis. sie hält die partikel gleichmäßig verteilt und sorgt dafür, dass die tinte sauber in die haut gleitet.
oft bestehen diese basen aus wasser und kleinen mengen alkoholen oder glykolen, die die mischung stabil halten.
sie werden vom körper innerhalb kurzer zeit abgebaut.
stabilisatoren
stabilisatoren sorgen dafür, dass sich pigment und flüssigkeit nicht voneinander lösen.
ohne sie würde sich die farbe mit der zeit in der flasche absetzen.
diese stoffe kommen in kleinen mengen vor und halten die tinte gleichmäßig durchmischt, damit sie sich verlässlich verarbeiten lässt.
auch sie werden über den stoffwechsel ausgeschieden.
konsistenzgeber
konsistenzgeber beeinflussen, wie sich die tinte beim tätowieren verhält - also ob sie eher weich fließt oder etwas zäher und dichter arbeitet.
sie tragen dazu bei, dass linien und schattierungen kontrolliert gesetzt werden können und sich die farbe während des tätowierens gleichmäßig einarbeiten lässt.
sie verbleiben nicht im körper.
spurenelemente
in manchen pigmenten können minimale spuren natürlicher mineralien vorkommen, zum beispiel nickel. diese mengen entstehen aus den rohstoffen selbst und liegen weit unter den gesetzlichen grenzwerten.
ein kleiner teil kann vom körper verarbeitet werden, der rest bleibt gebunden im pigment, das als teil des tattoos dauerhaft in der haut liegt.
zur seite wischen für weitere bestandteile
risiken und allergien
bei sensibilitäten gegenüber spurenelementen wie nickel oder kobalt kann der folgende abschnitt helfen, die eigene verträglichkeit besser einzuschätzen.



